Scham und Intimität

Fr, 21.09.2018 - So, 23.09.2018

Es gibt eine tiefe und prägende Ersterfahrung, durch die wir alle zu Beginn unseres Lebens hindurch gehen dürfen. Wir bezeichnen diese Erstprägung als Scham. In ihrer gesunden Form ist sie das Fundament unserer Entwicklung als soziale Wesen.

Mit dem Empfinden einer gesunden Scham werden wir fähig, Grenzen zum Schutz unserer Intimität zu setzen. Unser intimer Raum ist ein Raum der tiefen Beziehung zu uns selbst – frei von jeder Scham. In der Sehnsucht nach Kontakt und gefühlter Nähe beginnen wir aus diesem Schutzraum tiefster Innerlichkeit mit uns selbst die Reise zum „Du.“ In dem sicheren Kontakt mit sich selbst, ist der daraus geborene Tanz zwischen Nähe und Distanz eine natürliche Bewegung, die das autonome Nervensystem nicht übermäßig stresst.

Anders verhält es sich mit der toxischen Scham. Sie kann durch Prägung und Erziehung z.B. in einer übermäßigen Dauer und Intensität von Zurechtweisung durch wichtige Bezugspersonen entstehen.
Darin liegt gerade in der Erziehung hochsensibler Kinder eine besondere Herausforderung. In ihrem natürlichen Hang zur Perfektion stellen sie an sich und ihr Verhalten den Anspruch, immer alles von Beginn an „richtig“ zu machen. Sie sind oft, ohne dass ihre Eltern oder Erzieher es bemerken, am Limit dessen, was sie entsprechend dieses Anspruches zu leisten in der Lage sind. Werden sie in dieser Situation kritisiert oder zurecht gewiesen, ist eine tiefe Beschämung oft verbunden mit völlig unerwarteten heftigen Wutausbrüchen die Folge.

Toxische Scham führt zu einem Verstecken der „guten“, gesunden Scham. Darin liegt eine tiefe psychophysische Dynamik, die das autonome Nervensystem stark beeinflusst. Die freie und unschuldige Entfaltung des Tanzes zwischen „ich“ und „Du“ wird unterbrochen.

In diesen Seminartagen geht es um die Befreiung der Scham.

Es braucht viel Behutsamkeit, Feinfühligkeit und interaktionelle Beziehungsregulation, um die Scham zu befreien. Die isolierte Scham kann nur heilen in einer tief gefühlten Verbindung zum „Du“.
Dafür gibt es Raum, um in der Gruppe die Tiefe von Begegnungsfähigkeit neu zu erleben und zu verstehen.
Es wird der Unterschied deutlich und verständlich werden zwischen gesunder und toxischer Scham. Sie werden etwas lernen über die Sprachlosigkeit der Scham und dem Geschenk im „Versteckspiel“, sowie dem Paradox im Kontaktgefüge.

Wissen und Empfinden für die tiefe Dynamik von Scham ist ein wichtiges Fundament für gesunde Beziehungen und lebensförderliche Begleitung von Familien mit (hoch)sensiblen Kindern.

DETAILS
Leiter/in
Andrea Wandel
Datum
Fr, 21.09.2018 - So, 23.09.2018
Details

Freitag:   19:00 – 21:00 Uhr
Samstag: 10:00 – 18:00 Uhr
Sonntag: 09:30 – 15:30 Uhr

Ort
Aurum Cordis
Seminarraum 1
Stader Straße 32
21614 Buxtehude

E-Mail: info@aurum-cordis.de

Art
Aurum Cordis Seminare
Offen für
Einzelperson
PREIS
Preis gesamte Veranstaltung
345,00 €
Hinweis

inkl. MwSt.
Es kann nur eine der beiden genannten Rabatt-Arten in Anspruch genommen werden.

Rabatte
Sonderpreise

Für Studenten, Rentner, Schwerbehinderte und Menschen in Erwerbslosigkeit beträgt der Preis für diese Veranstaltung 276,00 € inkl. MwSt.: Wir bitten um Vorlage eines entsprechenden Nachweises.

Paar-Rabatt

Der Preis für diese Veranstaltung beträgt 552,00 € inkl. MwSt. pro Paar.
Als Paare gelten Ehepaare, Eltern und Partner einer Lebensgemeinschaft mit gemeinsamem Wohnsitz.

Leitung: