Weiterbildung: Hypnosystemisches Coaching Compact

Von der Zukunft her coachen

Leitung der Weiterbildung: Dr. Wolf-Peter Kächelen

Kompaktkurs hypno-systemisches Coaching
Der hypno-systemische Ansatz wurde in den vergangenen ca. 40 Jahren von Gunther Schmidt für sowohl für die Therapie als auch für Beratung und Coaching entwickelt. Bei diesem Ansatz handelt es sich um eine Integration hypnotherapeutischer (M. Erickson) und systemischer Konzepte und Instrumente, daher die Bezeichnung hypno-systemisch. Im Unterschied zum systemischen Ansatz, der überwiegend auf Kommunikation und Verhalten fokussiert, berücksichtigt der hypno-systemische Ansatz in viel stärkerem Maße auch innere Erlebnisprozesse.

Aus hypnosystemischer Sicht sind alle Phänomene ausschließlich aus ihren Sinnzusammenhang (Kontext) heraus verstehbar. Gerade auch als problematisch erlebte bzw. Leid(en) verursachende; Verdinglichungen und Pathologiesierungen sind aus hypnosystemischer Sicht, vorsichtig formuliert, verkürzte und damit nicht zieldienliche Sichtweisen oder Beschreibungen. Des Weiteren sind aus hypnosystemischer Sicht Symptome, Leidensdrücke, problematisch erlebte Zustände Ausdruck unbewusster bzw. unwillkürlicher Erlebnisprozesse (Problemtrance), die bewusst bzw. willkürlich i.d.R. kaum beeinflussbar sind. Im Gegenteil, je mehr die Problemtrancen bekämpft werden, desto intensiver (stärker) werden sie.

Sowohl die diesem Ansatz zugrundeliegende Haltung wie auch sein reichhaltiges Methodenrepertoire ermöglichen es, die Problemtrancen in Erlebnisweisen zu transformieren (Utilisation), die als bereichernd, sinnerfüllend, zieldienlich, aktivierend, kompetent usf. – dem jeweiligen Kontext entsprechend – erlebt werden (Lösungstrance).

Konkret heißt das, dass sich die gemeinsame Arbeit zunächst immer an den Zielen bzw. Anliegen der Coachees (Lösungsimagination) orientiert – daher von der Zukunft her coachen. Die mittlerweile reichhaltige Erfahrung mit diesem Ansatz in Therapie, Beratung, Coaching hat bestätigt, dass die Menschen nahezu immer über reichhaltige, i.d.R. allerdings unbewusste Potentiale (Dissoziation) verfügen, die sie ihre Ziele erreichen lassen können, wenn sie im Stande sind darauf zuzugreifen (Assoziation).

Der hypno-systemische Ansatz ermöglicht also schnell und nachhaltig Kompetenzbereiche zu aktivieren, die bislang dissoziert waren, und diese zieldienlich zu nutzen. Zugleich ist Ziel hypno-systemischen Arbeitens kognitiv, willkürliche Erlebnisbereiche und intuitiv, unwillkürliche Erlebnisbereiche optimal auf einander abzustimmen. Gunther Schmidt hat hierfür den Terminus Cognintuitions-Coaching geprägt, immer mit Blick auf die jeweiligen Anliegen bzw. Ziele der Cochees.

Oben Ausgeführtes gilt selbstverständlich auch für den/die Coach, denn optimale, zieldienliche Kooperation, Kommunikation respektive Beziehungsgestaltung ist nur möglich, wenn auch der/die Coach seine/ihre Cognintuition selbst möglichst optimal nutzt. Coaching kann aus hypno-systemischer Sicht also verstanden werden als ko-kreatives bzw. ko-evolutionäres Ritual zur Entfaltung von Selbsthilfekompetenz und zwar kontext-flexibel, also dem jeweiligen Sinnzusammenhang angemessen, und zwar auf Seiten des/der Coachees ebenso wie auf Seiten der Coaches.

Ziel hypno-systemischen Arbeitens ist demnach immer auch die Cognintuition so abzustimmen, dass Kommunikation und Interaktion möglichst optimal in Einklang gebracht werden mit den jeweiligen kontextuellen Anforderungen, sei es im Coaching-Prozess selbst für Coachee und Coach, sei es für die jeweiligen „Heimatsysteme” (G. Schmidt) der Coachees, d.h. für Fragen zu Interaktion und Kommunikation mit Vorgesetzten, Mitarbeitern, Fragen von TE, PE, OE usf. und nicht zuletzt zum Umgang mit Konflikten.

Konflikte nämlich werden intuitiv als problematisch bewertet, wenn nicht gerade mit Mord und Totschlag, so werden sie i.d.R. doch mit lautstarken Auseinandersetzungen, also mit Streit assoziiert. Deshalb sind Konflikte häufig gefürchtet, innerlich wie äußerlich, auf der Ebene des inneren Erlebens, wie interaktionell und kommunikativ, und dem entsprechend wird Konfliktmanagement nicht selten mit der Beseitigung von Konflikten gleichgesetzt.

Tatsächlich jedoch sind Konflikte der Motor für Kreativität und Innovation. Denn zunächst bedeutet Konflikt nicht mehr als das Erleben oder die Kommunikation von Unterschieden – bezogen auf das innere Erleben spricht man üblicher Weise von Ambivalenz, im Kontext von Interaktion und Kommunikation spricht man von Konflikt. Ambivalenz und Konflikt sind deshalb Motor für Kreativität und Innovation, weil sie die für Veränderung nötige Spannung hervorbringen; ohne Konflikte herrschte gewissermaßen vollständige Harmonie, Spannungslosigkeit also, und somit keinerlei Veranlassung für Veränderung.

Problematisch oder gefährlich werden Konflikte letztlich immer dann, wenn versucht wird, sie zu beseitigen, d.h. wenn versucht wird, innerlich wie äußerlich Widerspruchsfreiheit herzustellen, also Vieldeutigkeit, Multivalenz, Ambiguität und Polyperspektivität in Eindeutigkeit zu überführen.

Vereinfacht formuliert, gehen Ambivalenzen und Konflikte immer auf Widersprüche von individuellen Bedürfnissen und sozialen Erwartungen zurück, und solche Widersprüche sind letztlich nicht aus der Welt zu schaffen. Daher sind Versuche, Widerspruchsfreiheit herzustellen, so gefährlich; es sind im Grunde Versuche, die Komplexität des eigenen Erlebens sowie diejenige von Interaktion und Kommunikation allzu weit zu reduzieren, soweit dass die Wahrnehmung der eigenen, inneren sowie der sozialen Welt/Wirklichkeit gleichsam eindimensional wird: Landkarte und Landschaft passen nicht mehr zueinander. Um sich in der Wirklichkeit adäquat orientieren zu können, bedarf es also der Ambivalenz und des Konflikts.

Im Coaching geht es letztlich immer um Fragen der Orientierung, i.d.R. in organisationalen Wirklichkeiten, daher stehen Aspekte von Ambivalenz und Konflikt in Coaching-Prozessen immer an zentraler Stelle.


Zentraler Nutzen der Weiterbildung „Hypnosystemisches Coaching Compact”:

  • Werkzeuge und Methodenkompetenz zu nachhaltigem Konfliktcoaching
  • Erweiterte Kompetenz in Grenzverhandlungen und Beziehungsgestaltung
  • Werkzeuge zur Verbesserung von Argumentationsfähigkeit in schwierigen Situationen
  • Verbesserte Ausdrucksfähigkeit für Signale „aus der Zukunft”
  • Wissen aus dem renommierten und etablierten hypnosystemischen Coachingansatz
  • Kompetenz für die Transformation von mit hohem Leidensdruck besetzten „Problemtrancen” in bereichernde und sinnerfüllende Erlebnisweisen („Lösungstrancen”)
  • Steigerung des Potenzials von Coaching als co-kreativen Prozess zur Entfaltung von Selbsthilfe-Kompetenz
  • Optimale Abstimmung von Kommunikation und Interaktion sowohl im Coaching-Prozess als auch im Umgang mit Konflikten
  • Stärkung der Lösungskompetenz für äußere Konflikte mit Mitmenschen in unterschiedlichen Lebensbereichen
  • Stärkung der persönlichen Kraft, Konflikte aushalten zu können.

Die Termine der einzelnen Blöcke sowie den Preis der Weiterbildung finden Sie hier: Weiterbildung Hypnosystemisches Coaching Compact

Haltung des Weiterbildungsleiters

Die Arbeit findet in einem offenen Vertrauensraum statt. Der Referent achtet auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Er betrachtet die Wahrheit jedes Teilnehmers als ebenso relativ und wirksam wie die eigene. Daher gibt es für ihn auch keine Wertung von richtig oder falsch. Er begegnet den Teilnehmern stets auf Augenhöhe. Äußerungen aus deren Wahrnehmung wertschätzt der Seminarleiter als einen Einblick in die Sichtweise der Teilnehmer, aus der heraus ihre Realität entsteht.

Autor: Jutta Böttcher © 2019