Zukunftskompetenz Hochsensibilität

Sich rasch wandelnde Märkte und Rahmenbedingungen sind für Unternehmen die zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Ob und wie sie bewältigt werden, hängt stark von den Leistungsträgern und Führungskräften ab. Ihre Innovationskraft, Leistungsfähigkeit und soziale Kompetenz werden für Unternehmen zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil.

Welche Rolle spielen hochsensible Führungskräfte in diesem wirtschaftlichen Umfeld?
Eine wichtige! Denn anders als es gängige Vorurteile vermuten lassen, sind sie nicht etwa zu weich oder zu empfindlich, um eine Führungsrolle auszufüllen. Ganz im Gegenteil: Sie haben Eigenschaften, die sie in der modernen Arbeitswelt besonders wertvoll machen. Für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen können sie einen großen Beitrag leisten, weil aus ihrer Hochsensibilität soziale und strategische Kompetenzen erwachsen, die für die Unternehmensentwicklung unverzichtbar sind. Hochsensibilität wird somit zu einer wichtigen Zukunftskompetenz. Konkret drückt sich das darin aus, dass hochsensible Führungskräfte

  • Veränderungen der äußeren Rahmenbedingungen früh erkennen.
  • Visionen entwickeln, wie sich das Unternehmen im Wettbewerbsumfeld zukunftsorientiert positionieren kann.
  • mit ihrer ausgeprägten Innovationskraft überdurchschnittlich zur Weiterentwicklung des Unternehmens beitragen.
  • hervorragende Teamplayer sind.
  • eine ausgeprägte integrative Führungskompetenz haben.
  • Veränderungen initiieren und steuern.
  • ihre Mitarbeiter in Veränderungsprozessen gut einbeziehen können.
  • kompetent mit Krisensituationen umgehen können.
  • komplexe Projekte auch in einem schwierigen Umfeld erfolgreich umsetzen.
  • kooperatives Verhalten innerhalb und außerhalb des Unternehmens stärken.

Für Unternehmen ist das eine gute Nachricht. Sie haben sehr wahrscheinlich mehr hochsensible Mitarbeiter an Bord, als sie vermuten. Etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind hochsensibel und es spricht einiges dafür, dass der Anteil unter den Führungskräften noch höher ist.

Damit sich hochsensible Führungskräfte mit ihren Kompetenzen voll im Unternehmen einbringen und ihren Beitrag zu dessen Zukunftsfähigkeit leisten können, bedarf es in der Regel einer intensiven persönlichen Reflexion, der zwei Aspekte zugrunde liegen:

  1. Sich der besonderen Merkmale der Hochsensibilität und der individuellen Belastungsthemen bewusst werden
  2. Die Führungsrolle entsprechend anpassen

Unterbleibt diese Reflexion, gelingt es hochsensiblen Führungskräften kaum, die beschriebenen Kompetenzen zu entfalten. Stattdessen nehmen sie ihre individuelle Situation häufig als belastend wahr. Hinzu kommt, dass sie auf die üblichen Stress- und Belastungssituationen meist früher und heftiger als ihre normal sensiblen Kollegen reagieren. In der Folge entsteht ein defizitäres Selbstbild, das der aktiven Ausgestaltung der eigenen Führungsrolle im Wege steht und die Leistungsfähigkeit untergräbt – eine Entwicklung, die bis zur Erkrankung führen kann.

Integrales Gesundheitscoaching orientiert sich an den speziellen Bedürfnissen hochsensibler Menschen. Es führt zu einem besseren Verständnis dieser Charakterausprägung und unterstützt dabei, die damit verbundenen Potenziale souverän zu nutzen.

Autor: Jutta Böttcher © 2017