MISSING LINK

Für hochsensible Menschen ist es oft eine enorme Herausforderung, einen passenden Platz in unserer modernen Arbeitswelt zu finden. Während ihnen meist Werte wie Authentizität, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Wertschätzung, Sinn wichtig sind, scheint es in ihrem Arbeitsumfeld auf andere Aspekte anzukommen: Effizienz, Flexibilität, schnelle Erreichbarkeit, Regelkonformität, Belastbarkeit sind die wichtigsten Koordinaten, an denen sich die Arbeitswelt von Führungskräften und Mitarbeitern orientiert – und ganz wichtig: möglichst keine Emotionen, denn weich ist nicht gut.

Nicht verwunderlich, dass sich für die meisten Hochsensiblen ein breiter Graben auftut, wenn sie ihre Werte mit den Anforderungen abgleichen, die die meisten Unternehmen an ihre Mitarbeiter und Führungskräfte stellen. Eine Diskrepanz, die wir in der Beratungsarbeit von Aurum Cordis sehr häufig beobachten und die auch von den Teilnehmern des Aurum-Cordis-Zukunfttages am 6. August 2016 einhellig beschrieben wurde. Sehr häufig wird Hochsensibilität im Beruf als Stigma betrachtet, das mit geringer Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit verbunden zu sein scheint.

Doch ist vielleicht gerade die feine Wahrnehmung, die hochsensiblen Menschen zu eigen ist, die ideale Voraussetzung, um eine Verbindung herzustellen, die ein erfülltes Berufsleben ermöglicht, ohne zwingend den derzeitigen Job zu wechseln oder in die Selbstständigkeit zu fliehen? In der Arbeit von Aurum Cordis zeigt sich das fehlende Verbindungsstück – The Missing Link.

Der Wechsel der Bezugssysteme

Derzeit lässt sich ein Wechsel der Bezugssysteme beobachten. Noch bis vor Kurzem besaßen die Wertsysteme einer auf äußere Erfolgskriterien ausgerichteten Welt allgemeine Gültigkeit, materieller Wohlstand galt als wichtigster Indikator. Doch in unserem komplexen, schnelllebigen und von vielen Katastrophenmeldungen erschütterten Lebensumfeld wird deutlich, dass die ausschließliche Fixierung auf materielle Werte keine Antworten auf existenzielle Fragen verunsicherter Menschen liefern kann.
Von viel größerer Bedeutung sind stattdessen Wohlbefinden und innere Balance. Aber beide sind mit einer reinen Orientierung am äußeren Erfolg nicht zu erreichen. Zu ihnen führt lediglich ein innerer Weg – eine 180-Grad-Wendung mit Kurs auf Werte und Handlungsleitlinien, die dem inneren System der Hochsensiblen tief vertraut sind und ihnen daher weitaus mehr entsprechen. Gleichzeitig ist Mut erforderlich, um aus dieser veränderten Haltung heraus im äußeren Umfeld wieder wirksam werden zu können. Mit einem solchen Wechsel der Bezugssysteme lässt sich tatsächlich die Arbeitswelt verändern.

Die zentrale Frage

Was also ist zu tun, um diese scheinbar nicht zu vereinenden Gegensätze zwischen innerer und äußerer Welt so miteinander zu verbinden, dass sowohl Hochsensible besser arbeiten und leben können als auch eine allgemein verunsicherte, dauergestresste und von hohem Krankenstand geplagte Gesellschaft zu mehr Stabilität zurückfindet?

Die Antwort liefert The Missing Link – ein tiefer Wandlungsprozess, der gekennzeichnet ist von folgenden Faktoren:

  • Kenntnisse über die besondere Wahrnehmung Hochsensibler und den damit verbundenen körperlichen sowie seelischen Auswirkungen führen zu mehr Wertschätzung und zur Abwendung von einem eher defizitären Selbst- und Menschenbild. Die innere Haltung, die zu diesen Einschätzungen geführt hat, kann verändert werden.
  • Hochsensible brauchen ein Bewusstsein für ihre Wahrnehmung. Für sie ist es wichtig, die non-verbale Sprache aus Körpersignalen und Empfindungen zu verstehen, mit der sich ihre Wahrnehmung zu erkennen gibt. So lernen sie, besser zwischen wirklichen Krankheitssymptomen und Signalen aus ihrem Autonomen Nervensystem zu unterscheiden. Das schafft Sicherheit und Orientierung angesichts drohender Reizüberflutung und permanentem Umweltkontakt, wie ihn der Alltag häufig fordert. Es ist möglich, mithilfe körperorientierter Arbeit die non-verbale Sprache wieder zu erlernen – wir alle haben zu Beginn unseres Lebens auf diese Weise kommuniziert.
  • Im nächsten Schritt gilt es, die Wahrnehmung “zu professionalisieren”. So geklärt, kommt es zu einer positiven Veränderung in der Qualität von Kontakt und Kommunikation Hochsensibler mit ihrer Außenwelt. Als umfassend wahrnehmender Gesprächs-und Reflexionspartner geschätzt, können Hochsensible dann zudem über einen Wahrnehmungsbereich informieren, der den meisten Menschen nicht zur Verfügung steht.
    Das Verständnis zwischen den “mehrsprachigen” Hochsensiblen und ihren weniger sensiblen Mitmenschen kann auf diese Weise wachsen und in Kommunikations- und Dialogschulungen für Vielwahrnehmende trainiert werden.
  • Ihre professionalisierte Wahrnehmung versetzt Hochsensible in die Lage, nicht augenblicklich handeln oder im Überreizungssog versinken zu müssen, wenn aktuelle Ereignisse einen Informationsoverkill auslösen oder in Resonanz zu alten schmerzhaften Erfahrungen treten.
  • Diese Souveränität hilft Hochsensiblen, die Kraft ihrer Lebensvision zu spüren. Diese für sie manchmal nur schmerzlich zu ertragenden Sehnsucht nach innerer Erfüllung birgt gleichzeitig ihre stärkste Gesundheitsressource, Stabilitätsfaktor und Wachstumsimpuls.
    Die gute Nachricht lautet: Die Lebensvision kann gefunden werden und in ihrer schrittweisen Umsetzung kann sich der lang gesuchte Lebenssinn endlich zeigen.
  • Für Hochsensible ist es von großer Bedeutung, ihre Werte klar als ihre Richtschnur zu benennen. Ein dauerhafter Verstoß dagegen führt zu Erkrankungen. Leben in Übereinstimmung mit sich selbst hingegen erzeugt Sinn und führt zu Erfüllung sowie Kraftgewinn. Damit verändert sich auch die “Biochemie” des Stresskreislaufs: Ein von hohem Cortisolausschüttung gekennzeichnetes, eher auf Kampf- und Flucht ausgerichtetes Verhalten wird zu einem von Oxytocin gesteuerten, prosozialen Verhalten.
  • Insbesondere in Situationen von Stress und Überreizung ist das Wissen über die individuelle Fähigkeit zur Selbstregulation unerlässlich. Es hilft, zu bestehen, ohne sich sofort zurückziehen oder eine aggressive Abwehrhaltung einnehmen zu müssen.

The Missing Link entsteht also, wenn die Wahrnehmung bewusst genutzt wird, sodass ein “Zwischenraum” zum aktuellen Geschehen hergestellt werden kann. Auf diese Weise wird eine andere Einschätzung der Situation, der eigenen Person und der persönlichen Position möglich. Daraus kann sich eine neue innere Haltung ergeben, die vieles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Diese neue Sichtweise wiederum löst eine ganze Kaskade innerer Veränderungen aus, die es ermöglichen, sich konstruktiv zu verhalten.
Menschen, die auf diese Weise innerlich geklärt in ihren Arbeitsalltag zurückkehren, erleben häufig voller Staunen, dass zwar äußerlich alles beim Alten geblieben ist, sich aber dennoch alles zu verändern scheint. Wie kann das sein?

Durch ihre neue Art des Bei-sich-Seins haben sie es geschafft, einen scheinbar nicht zu überbrückenden Graben zu überwinden!

Sie bilden so etwas wie einen Stein, der ins Wasser fällt und seine Kreise zieht. In dem sie bei sich sind und aus dieser Qualität heraus handeln und kommunizieren, haben sie nicht nur Kampf- und Fluchtmechanismen beendet. Sie geben darüber hinaus anderen die Gelegenheit, sich ebenfalls in dieser Weise zu ordnen. Damit ist eine Veränderung des gesamten Arbeitsumfeldes möglich. Hochsensibilität im Beruf wird damit zu einem wertvollen Potenzial. Gleichzeitig verändern sich dadurch auch die Anforderungen an jegliche Form von Führungsarbeit.
Ein derartig tiefer Prozess kann jedoch auch eine nicht zu überschreitende Grenze sichtbar und damit die Rückkehr an den Arbeitsplatz unmöglich machen. Dann können die gewonnenen Erkenntnisse helfen, einen neuen, authentischen und gesundheitsförderlichen Weg einzuschlagen.


Der Innere Beobachter

Grundvoraussetzung für diesen tiefen Wandlungsprozess ist jedoch ein geschulter Innerer Beobachter, der quasi von außen auf das Geschehen, die eigene Rolle darin sowie auf die Konsequenzen aus dem eigenen Verhalten schauen kann.

Erst diese innere Instanz ermöglicht es, den oben beschriebenen Zwischenraum herzustellen und Distanz zu gewinnen. Sie ist das innere “Werkzeug”, um die zwangsläufige Identifikation mit einer Situation abzubrechen.

Für Hochsensible ist die Position des Inneren Beobachters die Perspektive, die sie befähigt, zwischen eigenen und fremden Emotionen sowie gefühlten Inhalten unterscheiden zu lernen. Sie erlaubt ihnen darüber hinaus, die eigene Position von Entfremdung oder auch Verbundenheit mit sich selbst in bestimmten Situationen fühlen zu lernen, um sich in der Folge besser navigieren zu können.

Die Schulung des Inneren Beobachters ist daher zentraler Bestandteil aller Seminare sowie Weiterbildungen bei Aurum Cordis.

Dazu gehört eine regelmäßige innere Praxis wie sie in allen Weisheitslehren der Welt als Einstieg in einen Wachstumsweg empfohlen wird. Wie zumeist üblich, empfiehlt sich dafür die Begleitung durch einen Experten, der mit dem Prozess und möglicherweise darin aufsteigenden Inhalten vertraut ist.

Weiterbildungen bei Aurum Cordis

Aurum Cordis möchte mit seiner Arbeit die Hochsensiblen stärken und zugleich mit ihrer Hilfe einen Beitrag zur positiven Veränderung der Arbeitswelt leisten. Daher sind die Weiterbildungen und Seminare von Aurum Cordis auch darauf ausgerichtet, Hochsensible dazu zu befähigen, mit anderen Menschen ihr “Missing Link” zu erarbeiten.

Sensitive Coaching Compact

Die Weiterbildung Sensitive Coaching Compact ist ein komprimierter Einstieg in das Thema Hochsensibilität und die daraus resultierende Coaching-und Beratungskompetenz. (Nächster Start am September 2017).

Körperorientierte Trauma-Arbeit

Die Weiterbildung in körperorientierter Trauma-Arbeit hat das Ziel, die non-verbale Sprache des Körpers wieder bewusst werden zu lassen und zugleich andere Menschen dabei unterstützen zu können, einer allzu starken Sogwirkung ihres “Lebensdramas” zu begegnen. (Nächster Start September 2017)

Integraler Gesundheitscoach

Die Weiterbildung zum Integralen Gesundheitscoach stellt einerseits einen tiefen Selbsterfahrungsweg dar und befähigt andererseits dazu, Menschen auf eben diesem Weg in die Übereinstimmung mit sich selbst zu begleiten.
Ein Integraler Gesundheitscoach verhilft also anderen Menschen dazu, ihr “Missing Link” zu entwickeln. Er trägt außerdem dazu bei, das Thema Hochsensibilität adäquat in die Gesellschaft zu integrieren.
Er ist darüber hinaus ein Spezialist in der Begleitung von Menschen, die in innere Konfliktsituationen aufgrund der sich verändernden Bezugsysteme geraten sind. (Nächster Start Mai 2017).

Autor: Jutta Böttcher © 2017

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